KI-AkademieWissensbasis

Aus Modul 6 · ca. 18 Min.

Trainer-Hinweis-Boxen: UE 61–72

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Die folgenden Boxen sind in das jeweilige UE-Dokument am Ende jeder Unterrichtseinheit zu integrieren. Sie erscheinen nach den Reflexionsfragen und Quellen.

Trainer-Hinweis UE 61 — Bildgenerierung: Midjourney, DALL·E, Stable Diffusion

Trainer-Hinweis

Einstieg: Beginnen Sie die Einheit mit einem visuellen Provokationsmoment: Zeigen Sie zwei Bilder — eines fotorealistisch generiert, eines aus einer echten Fotoagentur — und fragen Sie die Gruppe, welches KI-generiert ist. Die Auflösung schärft das Bewusstsein für die Qualität heutiger Modelle und motiviert intrinsisch.

Plattform-Wahl: In der Regel reicht DALL·E 3 über ChatGPT für den Unterrichtseinstieg. Falls die Gruppe Midjourney nutzen möchte, beachten Sie: Ein Discord-Account ist Voraussetzung, und die Einrichtung kostet 10–15 Minuten. Planen Sie diese Zeit ein oder bitten Sie die Teilnehmenden, Discord vorab zu installieren.

Häufige Verständnisfehler: Viele Teilnehmende glauben, das Modell „wähle” ästhetisch. Verdeutlichen Sie: Das Modell sampelt aus einer Wahrscheinlichkeitsverteilung — Qualität entsteht durch präzise Prompts, nicht durch Modell-„Geschmack”. Die Analogie „Fotograf mit verbundenen Augen, dem man präzise Anweisungen geben muss” funktioniert gut.

Differenzierung: Für technisch Fortgeschrittene: Zeigen Sie die Stable-Diffusion-Lokalinstallation mit ComfyUI — auch wenn die Gruppe sie nicht selbst durchführt, schärft das Verständnis für den Unterschied zwischen API-Nutzung und lokaler Ausführung. Für Einsteiger: Fokus auf die Intuitionsentwicklung — viele Iterationen, sofort sichtbare Ergebnisse, spielerischer Charakter.

Typische Zeitfalle: Die Livedemonstration mit Midjourney kann durch Serverauslastung oder Verbindungsprobleme ins Stocken geraten. Haben Sie Screenshots oder kurze Video-Screencasts als Fallback bereit. Alternativ: DALL·E 3 ist deutlich zuverlässiger für Live-Demos.

Abschluss: Lassen Sie jede Person ein Bild für ihren Berufskontext generieren (z. B. „Produktbild für mein Unternehmen”) und kurz in der Gruppe vorstellen. Das erzeugt unmittelbaren Bezug und motiviert für die folgenden Einheiten.

Trainer-Hinweis UE 62 — Bild-Prompting: Komposition, Stil, Licht

Trainer-Hinweis

Kernziel der Einheit: Teilnehmende sollen am Ende in der Lage sein, einen strukturierten Bildprompt in allen 6 Dimensionen zu formulieren — nicht perfekt, aber bewusst. Der Übergang von „zufällig guten” zu „systematisch guten” Prompts ist der eigentliche Lernfortschritt.

Methodik: Arbeiten Sie mit der Iterationsschleife als zentraler Übungsform. Jede Person beginnt mit einem Ein-Satz-Prompt und verfeinert ihn in drei Runden anhand der Checkliste. Die Zwischenergebnisse werden sichtbar gemacht (Beamer oder geteilter Bildschirm). So entsteht kollektives Lernen: Die Gruppe sieht, welche Dimension welchen Effekt erzeugt.

Häufiger Fehler: Teilnehmende neigen dazu, alle Dimensionen auf einmal zu ändern und dann nicht mehr zu wissen, was den Unterschied gemacht hat. Trainieren Sie diszipliniertes Ein-Variable-ändern — das ist zugleich eine übertragbare wissenschaftliche Kompetenz.

Kamera-Vokabular: Für Gruppen ohne Fotografieerfahrung ist das Kamera-Vokabular anfangs fremd. Eine laminierte Referenzkarte (Brennweite, Blende, ISO, Lichtsituationen) mit Beispielbildern hilft sehr. Alternativ: Zeigen Sie Fotografien zu jedem Begriff, bevor Sie sie als Prompting-Parameter einführen.

Negative Prompts: Erklären Sie, dass Negative Prompts nicht als Befehle, sondern als Signale an die Wahrscheinlichkeitsverteilung funktionieren. Sie verschieben den Sampling-Raum weg von bestimmten Merkmalen — garantieren aber keine vollständige Vermeidung. Die Analogie „Zutaten, die der Koch nicht verwenden soll” trifft es gut, auch wenn sie nicht perfekt ist.

Abschluss: Eine kurze „Portfolio-Runde” am Ende — jede Person zeigt ihr bestes Ergebnis und erklärt den Prompt — erzeugt Stolz auf das Erreichte und festigt das Vokabular durch Verbalisierung.

Trainer-Hinweis UE 63 — Bildbearbeitung: Inpainting, Upscaling, Remove BG

Trainer-Hinweis

Einheit positionieren: UE 63 ist die „Werkzeugeinheit” des Bildbereichs. Teilnehmende lernen nicht, bessere Prompts zu schreiben, sondern bestehende Bilder professionell nachzubearbeiten. Stellen Sie diesen Unterschied zu Beginn klar: Prompting erzeugt, Editing verfeinert.

Empfohlene Werkzeuge für die Gruppe: Adobe Firefly (Generative Fill) ist am zugänglichsten und liefert in der Regel beste Ergebnisse. Für Gruppen ohne Adobe-Lizenz: Clipdrop Relight (kostenlos) und Remove.bg (kostenlos bis 50 Bilder/Monat). Upscaling: Topaz Gigapixel ist Industriestandard, aber kostenpflichtig — für die Übung reicht Upscayl (Open Source, lokal installierbar).

Inpainting-Demo: Führen Sie die Demo mit einem Bild durch, das einen offensichtlichen Fehler hat (z. B. generiertes Bild mit deformierter Hand). Lassen Sie die Gruppe sehen, wie Inpainting das Problem löst — das demonstriert den praktischen Mehrwert unmittelbar. Hände sind das klassische Schwachstellenmerkmal von Bildgeneratoren und liefern immer einen „Aha-Moment”.

DSGVO-Sensibilisierung: Wenn Teilnehmende eigene Fotos zur Bearbeitung mitbringen, prüfen Sie vorab: Sind Personen abgebildet? Falls ja, gelten besondere Regeln. Nutzen Sie dies als Lerngelegenheit für den anschließenden UE 64-Block, ohne die Übung zu blockieren. Klären Sie kurz: Für den Schulungskontext (nicht-öffentlich, keine Weitergabe) ist die Nutzung zulässig; für den Produktiveinsatz im Unternehmen gelten strengere Anforderungen.

Zeitmanagement: Upscaling-Prozesse können je nach Rechenleistung einige Minuten dauern. Starten Sie diese Prozesse parallel zu anderen Aktivitäten (z. B. während der Diskussion über Anwendungsfälle) und zeigen Sie das Ergebnis am Ende.

Trainer-Hinweis UE 64 — Rechtliche Aspekte & Markenrecht

Trainer-Hinweis

Einheit mit Wirkung: UE 64 ist eine der rechtlich sensibelsten Einheiten im gesamten Curriculum. Als Trainer sind Sie kein Rechtsanwalt — betonen Sie dies explizit zu Beginn. Ihre Rolle ist die Sensibilisierung, nicht die Rechtsberatung. Formulieren Sie: „Ich vermittle Ihnen das Wissen, um informierte Fragen zu stellen — nicht, um Rechtsauskünfte zu geben.”

Interaktion schafft Verständnis: Recht als Frontalvortrag wirkt schnell abstrakt. Arbeiten Sie mit Fallvignetten: Zeigen Sie reale oder konstruierte Fälle (Getty-Images-Klage gegen Stability AI, Mia Hoffmann-Fall für Deepfakes) und lassen Sie die Gruppe die rechtliche Einordnung diskutieren, bevor Sie die Lösung zeigen. Diese induktive Methode verankert die Konzepte besser.

Nutzungsbedingungen live lesen: Investieren Sie 10 Minuten, um gemeinsam die Nutzungsbedingungen eines Dienstes (z. B. DALL·E 3 via OpenAI API) live zu lesen und zu interpretieren. Das Erleben der Textdichte und der Komplexität realer AGB ist selbst ein Lernergebnis: „So sehen Nutzungsbedingungen aus — und so schwierig sind sie zu durchdringen.”

EU AI Act antizipieren: Viele Teilnehmende haben noch nicht von der Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte gehört. Die Reaktionen reichen von Erstaunen bis zu Ablehnung. Geben Sie der Diskussion Raum — dieses Thema betrifft Unternehmenskommunikation direkt und ist hochrelevant. Betonen Sie: Art. 50 EU AI Act gilt ab August 2026 vollständig — das ist für viele Unternehmen schon heute Planungshorizont.

Abschluss: Lassen Sie die Gruppe eine kurze „Hausregel” für ihren Unternehmenskontext formulieren: Was würde die eigene Organisation heute als Mindeststandard für KI-Bilder festlegen? Das überführt abstrakte Rechtsnormen in konkrete Handlungsanweisungen.

Trainer-Hinweis UE 65 — Speech-to-Text und Transkription

Trainer-Hinweis

Persönlicher Bezug: Fast jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer nimmt regelmäßig an Meetings teil. Speech-to-Text und automatische Transkription sind damit unmittelbar relevant — kein abstraktes Zukunftsthema. Beginnen Sie mit der Frage: „Wer von Ihnen hat schon einmal ein Meeting-Protokoll händisch erstellt?” Die Reaktionen eröffnen den Zugang.

Live-Demo mit echter Aufzeichnung: Wenn möglich, transkribieren Sie ein kurzes Stück des laufenden Unterrichtsgesprächs live mit Whisper (via WhisperDesktop oder einer Web-Oberfläche). Das ist methodisch wirkungsvoll: Die Teilnehmenden hören ihre eigenen Worte im Transkript — das macht die Technologie greifbar. Achten Sie auf die Einwilligung: Fragen Sie vorher explizit, ob alle einverstanden sind.

§ 201 StGB als Ankerpunkt: Die heimliche Aufnahme von Gesprächen ist strafbar — das wissen viele nicht. Dieser Punkt verdient eine klare, direkte Vermittlung. Nutzen Sie konkrete Szenarien: „Was passiert, wenn Sie ein Telefonverkaufsgespräch ohne Hinweis aufzeichnen?” Die Konsequenz (Strafbarkeit, zivilrechtliche Haftung) überrascht regelmäßig und schärft die Aufmerksamkeit.

Datenschutz-Differenzierung: Betonen Sie die Unterscheidung zwischen lokaler Verarbeitung (Whisper, lokal installiert) und Cloud-Verarbeitung (Fireflies.ai, AssemblyAI). Für personenbezogene oder vertrauliche Gesprächsinhalte ist die lokale Verarbeitung nicht nur datenschutzkonform, sondern auch strategisch klüger. Zeigen Sie, wie die Entscheidung zwischen Cloud und Lokal anhand des Schutzbedarfs getroffen wird.

Abschluss mit Transfer: Lassen Sie die Gruppe einen kurzen Text (2–3 Sätze) sprechen und transkribieren — Nachbereitung des eigenen Textes als Protokoll. Das kombiniert technische Kompetenz mit unmittelbarem beruflichen Nutzen.

Trainer-Hinweis UE 66 — Text-to-Speech und synthetische Stimmen

Trainer-Hinweis

Ethische Sensibilität: UE 66 berührt tiefgreifende Fragen der Identität und Authentizität. Die eigene Stimme ist hochpersönlich — viele Teilnehmende reagieren auf Voice Cloning mit einem Unbehagen, das sie zunächst nicht einordnen können. Geben Sie diesem Unbehagen Raum und benennen Sie es: „Das ist ein normales Zeichen für ethische Intuition. Die Frage ist, was wir daraus machen.”

Demo mit Einverständnis: Wenn Sie eine Live-Demo des Voice Clonings durchführen, nutzen Sie ausschließlich Ihre eigene Stimme (oder eine vorab erstellte Demo-Datei). Klonen Sie niemals eine Stimme einer Teilnehmerin oder eines Teilnehmers ohne explizite, informierte Einwilligung — und selbst dann: Überlegen Sie, ob die Demo-Situation wirklich sicher gestaltet ist. Formulieren Sie: „Ich zeige Ihnen, was technisch möglich ist — nicht, was wir uneingeschränkt tun sollten.”

Unternehmensnutzen konkret: Voice Cloning klingt zunächst abstrakt. Machen Sie den Unternehmensnutzen greifbar: Barrierefreiheit (Vorlesen langer Dokumente für Sehbeeinträchtigte), Skalierung von Schulungsvideos in mehrere Sprachen, konsistente Markenstimme in automatisierten Kundenkommunikationen. Diese Anwendungsfälle sind legal, nützlich und ethisch unkritisch — sie übersetzen die Technologie in unternehmerischen Mehrwert.

§ 823 BGB und § 263 StGB: Diese Paragraphen erscheinen komplex. Vereinfachen Sie: „Wenn Sie die Stimme einer Person ohne Erlaubnis verwenden, um ihr Geld zu entziehen oder ihren Ruf zu schädigen, sind Sie strafbar und haften zivilrechtlich.” Die Konkretisierung auf den CEO-Fraud-Fall macht es greifbar: Jemand ruft im Namen des Geschäftsführers an, mit dessen Stimme, und ordnet eine Überweisung an — das ist ein reales Tatbestandsbild.

Abschluss: Lassen Sie die Gruppe eine Unternehmensrichtlinie in einem Satz formulieren: „In unserem Unternehmen dürfen synthetische Stimmen nur dann eingesetzt werden, wenn …” Die entstehenden Sätze offenbaren, wie differenziert die Gruppe denkt — und sind ein gutes Diskussionsmaterial.

Trainer-Hinweis UE 67 — Video-Generierung: Sora, Runway, Veo

Trainer-Hinweis

Technologische Dynamik: Video-KI entwickelt sich schneller als alle anderen Bereiche in diesem Curriculum. Modelle, die heute Benchmark-Ergebnisse liefern, können in sechs Monaten von Nachfolgern übertroffen werden. Bereiten Sie die Gruppe darauf vor: „Die spezifischen Werkzeuge werden sich ändern — das Konzeptverständnis bleibt.” Fokussieren Sie daher auf das Szenen-Brief-Framework und die zugrundeliegenden Prinzipien, nicht auf Versionsnummern.

Zugangsprobleme antizipieren: Sora hat Wartelisten. Veo ist Google-intern. Runway Gen-3 Alpha erfordert ein Konto. Für den Unterricht empfiehlt sich Runway ML (auch im kostenlosen Tier nutzbar) oder Pika Labs als reliablere Alternativen. Haben Sie vorab generierte Demo-Videos als Backup bereit — mindestens 3–4 Clips in unterschiedlichen Stilen, die Sie als „So sieht das Ergebnis aus” zeigen können.

Szenen-Brief als transferierbares Konzept: Das Szenen-Brief-Framework (Setting, Charakter, Aktion, Kamera, Stimmung, Dauer) ist das eigentliche Kernlernziel. Es ist nicht nur für KI-Video-Tools relevant, sondern überträgt sich auf jede Kommunikation mit Videoproduktions-Dienstleistern. Betonen Sie: „Das ist eine professionelle Kompetenz — unabhängig davon, ob das Video von KI oder von einem Menschen produziert wird.”

Kosten kommunizieren: KI-Videogenerierung ist erheblich teurer als Bildgenerierung. Ein 10-Sekunden-Clip auf Runway kann mehrere Credits kosten. Machen Sie die Kostenstruktur transparent: Für den Schulungskontext reicht der kostenlose Tier, für den Produktiveinsatz ist eine Budgetplanung notwendig. Das Bewusstsein für Produktionskosten ist eine unternehmerische Kompetenz.

Abschluss: Eine kurze Gruppenreflexion: „In welchem konkreten Anwendungsfall würde Video-KI in Ihrem Unternehmen heute schon Sinn ergeben?” — notieren Sie die Antworten sichtbar. Das baut den Bogen zu UE 70 (Einsatzszenarien) vor.

Trainer-Hinweis UE 68 — Avatare & KI-Moderatoren: HeyGen, Synthesia

Trainer-Hinweis

Einheit mit doppeltem Nutzen: UE 68 hat einen unmittelbaren Praxisnutzen (Schulungsvideos, Erklärvideos skalierbar produzieren) und eine tiefere kritische Dimension (Was bedeutet es, wenn ein Avatar „Sie” repräsentiert?). Beide Aspekte verdienen Raum — lassen Sie die Teilnehmenden selbst entscheiden, welcher sie stärker beschäftigt.

Personal-Avatar-Übung: Wenn Sie die Personal-Avatar-Funktion von HeyGen demonstrieren, nutzen Sie Ihren eigenen Avatar (vorab erstellt) oder einen generischen Avatar der Plattform. Erzeugen Sie keinen Avatar einer teilnehmenden Person im Unterricht ohne deren vollständige, informierte Einwilligung — und klären Sie, was mit diesem Avatar nach der Sitzung geschieht.

DSGVO Art. 9 und biometrische Daten: Die Erfassung von Gesicht und Stimme für einen Avatar-Klon ist verarbeitung biometrischer Daten im Sinne von Art. 9 DSGVO (besondere Kategorien). Das erfordert eine explizite Rechtsgrundlage. Für den unternehmerischen Einsatz bedeutet das: Einwilligung der Person, klare Zweckbindung, Löschungskonzept. Diese Anforderungen sind hoch — kommunizieren Sie das klar, ohne die Technologie zu dämonisieren.

SCORM-Integration: Für Gruppen aus dem Weiterbildungs- oder HR-Bereich ist die SCORM-Export-Funktion von Synthesia ein konkreter Mehrwert: Erklärvideos lassen sich direkt in LMS-Systeme integrieren. Demonstrieren Sie den Export-Workflow, auch wenn die Gruppe ihn nicht live durchführt — das schafft eine konkrete Vorstellung vom Nutzungsfluss.

Abschluss mit Frage: „Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen kommuniziert künftig über einen KI-Avatar mit Kunden. Was müsste dieser Avatar können, und was darf er auf keinen Fall tun?” — Diese Frage führt unmittelbar in UE 71 (Ethische Leitplanken) und kann dort als Rückverweis genutzt werden.

Trainer-Hinweis UE 69 — Deepfake-Risiken und Erkennung

Trainer-Hinweis

Einheit mit emotionaler Wirkung: UE 69 kann bei Teilnehmenden starke emotionale Reaktionen auslösen — von Entsetzen über die Möglichkeiten bis zu persönlicher Betroffenheit (z. B. wenn jemand selbst Ziel von Desinformation war). Als Trainer sind Sie auch hier in einer Halterolle: ruhig, sachlich, ohne Verharmlosung. Formulieren Sie: „Das ist unangenehm zu wissen — und genau deshalb ist es wichtig, es zu wissen.”

PAUSE-Methode einüben: Die PAUSE-Methode (Pause, Analyse, Ursprung suchen, Suche überkreuzen, Experten einbeziehen) ist das zentrale handlungspraktische Werkzeug dieser Einheit. Üben Sie sie mit einem konkreten Beispiel: Zeigen Sie ein verdächtiges Video (aus einer öffentlichen Mediathek oder einer Demo-Datenbank) und führen Sie die fünf Schritte live durch. Das Erleben der Methode ist wichtiger als das Verstehen der Beschreibung.

Erkennungswerkzeuge realistisch einschätzen: Deepware, Hive Moderation und ähnliche Tools haben Erkennungsraten von 70–85 % — das bedeutet: 15–30 % werden nicht erkannt. Kommunizieren Sie dies ehrlich. Algorithmische Erkennung ist eine Ergänzung zur kritischen Medienkompetenz, kein Ersatz. Die wichtigste Frage bleibt: „Habe ich einen Grund, diesem Inhalt zu vertrauen?”

CEO-Fraud als Anwendungsfall: Der CEO-Fraud-Anwendungsfall trifft Unternehmen direkt. Fragen Sie: „Haben Sie in Ihrem Unternehmen einen Prozess, der verhindert, dass eine Stimme am Telefon — echt oder gefälscht — eine Überweisung auslösen kann?” In der Regel ist die Antwort: Nein. Das öffnet die Diskussion über organisationale Schutzmaßnahmen.

Abschluss: Lassen Sie die Gruppe das Drei-Stufen-Freigabemodell (Grün / Gelb / Rot) auf Deepfake-Risiken anwenden: Was ist unkritisch (Grün), was erfordert Prüfung (Gelb), was ist in jedem Fall abzulehnen (Rot)? Die entstehende Matrix ist ein direkt nutzbares Unternehmensprodukt.

Trainer-Hinweis UE 70 — Einsatzszenarien Marketing & Kommunikation

Trainer-Hinweis

Synthetisierende Einheit: UE 70 ist keine technische Einheit — sie ist eine strategische. Die Teilnehmenden wissen jetzt, was möglich ist. Die Frage ist: Was davon ist sinnvoll? Positionieren Sie die Einheit entsprechend: „Wir verlassen die Werkzeugperspektive und nehmen die Unternehmensperspektive ein.”

Multimodale Pipeline als Leitstruktur: Die multimodale Pipeline (Skript → Bild → Ton → Video → Distribution) verbindet alle vorherigen Einheiten in einem logischen Gesamtablauf. Zeichnen Sie die Pipeline sichtbar an Whiteboard oder Flipchart und ergänzen Sie jeweils, welche Werkzeuge aus Modul 6 an welchem Punkt eingesetzt werden. Das erzeugt eine starke Synthesis-Visualisierung.

Zeitersparnis-Zahlen kritisch einordnen: Die in der Literatur genannten Zeitersparnisse von 70–90 % klingen dramatisch. Bereiten Sie die Gruppe auf einen kritischen Umgang vor: Diese Zahlen gelten für Routinetätigkeiten (z. B. das Erstellen einer ersten Entwurfsversion eines Social-Media-Posts), nicht für strategische Kommunikationsarbeit. Qualitätssicherung, Freigabeprozesse und Feinabstimmung sind weiterhin menschliche Tätigkeiten und kosten Zeit.

Vier Szenarien für unterschiedliche Lerngruppen: Passen Sie die vier Szenarien an die Branchenzusammensetzung Ihrer Gruppe an: IT-Beratung (internes Schulungsmaterial), Industrie (Produktdokumentation), Finanzdienstleistung (Kundenkommunikation), Verwaltung (Bürgerinformation). Arbeiten Sie wenn möglich mit dem Szenario, das für die Mehrheit der Gruppe am relevantesten ist.

Abschluss: Lassen Sie jede Person ihre eigene multimodale Mini-Strategie skizzieren (5 Minuten schriftlich): Welchen Kommunikationsprozess in Ihrem Unternehmen würden Sie als erstes mit KI-Tools unterstützen? Was würde das konkret bedeuten? Die Skizzen werden in UE 72 wieder aufgegriffen.

Trainer-Hinweis UE 71 — Ethische Leitplanken

Trainer-Hinweis

Einheit mit Reifepotenzial: UE 71 ist die philosophisch anspruchsvollste Einheit des Moduls. Sie verdient eine ruhige, reflektierte Haltung — kein Frontalvortrag über Ethik-Prinzipien, sondern ein moderiertes Gespräch über Werte, Grenzen und Verantwortung. Als Trainer sind Sie Moderator, nicht Dozent.

Fünf Prinzipien als Gesprächsanker: Die fünf ethischen Prinzipien (Transparenz, Menschenwürde, Verhältnismäßigkeit, Datenschutz, Rechenschaftspflicht) eignen sich als Anker für Kleingruppendiskussionen. Teilen Sie die Gruppe in fünf Teams auf, jedes bearbeitet ein Prinzip anhand eines konkreten Szenarios (z. B. „Wann ist ein KI-generiertes Erklärvideo transparent genug?“). Die Ergebnisse werden in der Gruppe oder allein vorgestellt.

Drei-Stufen-Freigabemodell praktisch üben: Das Modell (Grün / Gelb / Rot) ist nicht als starres Regelwerk zu verstehen, sondern als Entscheidungsheuristik. Lassen Sie die Gruppe selbst definieren: Was ist in Ihrem Unternehmenskontext Grün, was Gelb, was Rot? Die entstehenden Definitionen werden die Gruppe (und damit das Unternehmen) unterschiedlich belasten — das ist Absicht und Diskussionsanlass.

EU AI Act Realität: Viele Teilnehmende nehmen den EU AI Act als abstrakte regulatorische Last wahr. Konkretisieren Sie: Art. 5 (verbotene KI-Praktiken) betrifft Deepfakes zu Täuschungszwecken, Social Scoring, manipulative Systeme. Art. 50 (Kennzeichnungspflicht) betrifft jeden, der KI-generierte Bilder oder Videos veröffentlicht. Diese Pflichten gelten bereits — nicht erst in der Zukunft.

Dilemmata aushalten: Ethik bedeutet, dass es keine einfachen Antworten gibt. Zeigen Sie das explizit: Ein KI-Avatar-Trainer ist zugänglicher für Menschen mit sozialer Angst, schafft aber auch eine Distanz und potenziell falsche Erwartungen. Beides ist wahr. Die Aufgabe ist nicht, das Dilemma aufzulösen, sondern es bewusst zu navigieren. Das ist Reife im Umgang mit KI.

Abschluss: Jede Person formuliert schriftlich eine persönliche „KI-Ethik-Linie” für ihren Arbeitskontext: „Ich würde KI in meiner Kommunikationsarbeit nicht einsetzen, wenn …” Diese Sätze müssen nicht geteilt werden — sie sind persönliche Verantwortungsübernahme.

Trainer-Hinweis UE 72 — Praxisübung: Erklär-Clip

Trainer-Hinweis

Integrative Abschlusseinheit: UE 72 ist der krönende Abschluss von Modul 6. Alle Werkzeuge, alle Konzepte, alle ethischen Überlegungen fließen hier zusammen. Kommunizieren Sie das zu Beginn: „Diese Einheit ist Ihr Meisterstück für Modul 6 — keine neue Theorie, nur Anwendung dessen, was Sie bereits wissen.”

Weg A vs. Weg B — Gruppenentscheidung: Lassen Sie die Gruppe selbst entscheiden, ob sie Weg A (HeyGen-Avatar) oder Weg B (Gamma + ElevenLabs) wählen möchte — oder erlauben Sie, dass Tandems unterschiedliche Wege wählen und die Ergebnisse vergleichen. Der Vergleich (was liefert Weg A, was Weg B?) ist selbst ein hochwertiges Lernergebnis.

Skript-Qualität vor Produktion: Investieren Sie mindestens 20 Minuten in die Skript-Phase, bevor die Gruppe zur Produktion übergeht. Ein gutes Skript ist die wichtigste Voraussetzung für einen guten Clip — das gilt für KI-produzierte Videos genau wie für menschliche Produktion. Die PromptBox für das Skript-Prompting hilft als strukturierter Einstieg.

5 Qualitätskriterien als Bewertungsrahmen: Nutzen Sie die fünf QK-Kriterien (Faktentreue, Verständlichkeit, Markenstimmigkeit, Rechtssicherheit, Zugänglichkeit) als Peer-Review-Rahmen: Tandems reviewen gegenseitig ihre Clips nach diesen Kriterien. Das erzeugt strukturiertes Feedback, schult kritisches Sehen und vertieft das Verständnis der Kriterien.

Technik-Notfallplan: Wenn die Internetverbindung schwächelt oder ein Dienst nicht erreichbar ist: Lassen Sie die Gruppe das Skript und die Produktionsstrategie schriftlich ausarbeiten (Mock-Produktion). Das ist kein Rückschritt — das Durchdenken des Workflows ohne sofortiges Ergebnis vertieft das konzeptionelle Verständnis.

Modul-Abschluss gestalten: Nach den Präsentationen: Lassen Sie jede Person einen Satz formulieren, was sie aus Modul 6 mitnimmt — nicht technisch, sondern persönlich. „Ich werde KI-Tools in meiner Arbeit einsetzen, um …” oder „Was mich überrascht hat, war …” Diese Sätze schließen das Modul emotional ab und schaffen einen Transferanker für den Alltag.

Quelle: KI-Wissensbasis von MindsMachines, Edition Juni 2026. Vollständige Fassung als PDF anfordern.

Nächster Schritt

Vom Selbststudium zur Schulung im Team.

Diese Einheit stammt aus unserer Wissensbasis mit 120 Unterrichtseinheiten. Als KI-Schulung vermitteln wir die Inhalte praxisnah an Ihren eigenen Use Cases, EU-AI-Act-konform dokumentiert.

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