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TRAINER-HINTERGRUNDWISSEN UE 62 — Bild-Prompting: Vertiefende Trainernotizen

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Die Psychologie des guten Prompts

Warum scheitern Anfänger beim Prompting?

Erfahrene Trainer beobachten drei typische Anfänger-Muster:

Muster 1 — Der Wunsch-Beschreiber: Anfänger beschreiben, was sie sich wünschen: „ein schönes professionelles Bild für meine Präsentation”. Das Modell kann damit wenig anfangen — „schön” und „professionell” sind keine visuellen Instruktionen.

Lösung: Von der Wunsch-Beschreibung zur visuellen Anweisung wechseln: „editorial photography, modern corporate office, warm natural light, medium shot, shallow depth of field, muted blue and white color palette”

Muster 2 — Der Über-Beschreiber: Anfänger listen 20 verschiedene Elemente auf, die alle gleichzeitig sichtbar sein sollen. Das Modell versucht alles zu integrieren und scheitert an der Komplexität.

Lösung: Hierarchie denken: Was ist das Hauptmotiv? Was ist der Kontext? Was sind optionale Stileigenschaften? Nur das Hauptmotiv ist unverzichtbar; alles andere ist Verfeinerung.

Muster 3 — Der Vage-Stiller: „Ein Büro” als vollständiger Prompt. Das Modell generiert — aber das Ergebnis ist zufällig und entspricht selten den Erwartungen.

Lösung: Den Prompt laut aussprechen und prüfen: „Wenn ich einem Fotografen sage: mach ein Bild von ‚einem Büro’ — würde er wissen, was ich will?” Wenn nicht, hat der Prompt zu wenig Information.

Promptarchitektur — Profi-Frameworks im Detail

Das CADS-Framework (Alternative zu den 6 Dimensionen):

Einige professionelle Prompt-Ingenieure nutzen das CADS-Framework als Kurzreferenz: - C = Content (Inhalt, Motiv) - A = Atmosphere (Stimmung, Licht, Emotionen) - D = Details (spezifische Elemente, Fachbegriffe) - S = Style (Technik, Medium, Künstlerstil)

Beispiel: - C: „Software developer reviewing code” - A: „focused, calm, late evening, warm desk lamp” - D: „dual monitor setup, mechanical keyboard, coffee mug, sticky notes” - S: „editorial photography, 85mm lens, shallow depth of field”

Zusammengesetzt: „Software developer reviewing code, focused calm expression, late evening with warm desk lamp, dual monitor setup with mechanical keyboard coffee mug and sticky notes, editorial photography style 85mm lens shallow depth of field”

Negativ-Prompting als eigenständige Kunst:

Negativ-Prompting ist in Stable Diffusion am mächtigsten, kann aber auch in DALL·E 3 und Midjourney als Text-Ausschluss genutzt werden.

Empfohlene Standard-Negative-Prompts für professionelle Ausgabe:

Für Personen: ugly, deformed, extra limbs, extra fingers, missing fingers, bad anatomy, bad proportions, disfigured, distorted face, cross-eyed, blurry, out of focus, low quality, worst quality, text, watermark, signature, username

Für Architektur/Büros: deformed, distorted perspective, unrealistic proportions, floating objects, inconsistent lighting, blurry, low resolution, amateur, snapshot quality

Für Produkt-Fotos: text overlay, logo, watermark, shadow artifacts, unrealistic reflections, distorted proportions, background clutter, low resolution

Übungsformat-Variante: Speed-Prompting Tournament

Eine interaktive Übungsvariante für energetische Gruppen:

Ablauf (20 Minuten): 1. Trainer gibt ein identisches Motiv vor (30 Sekunden) 2. Alle Teilnehmenden formulieren 3 Minuten lang einen Prompt für dieses Motiv 3. Alle generieren gleichzeitig (3–5 Minuten Wartezeit) 4. Bilder werden anonymisiert im Kreis gezeigt (Beamer oder Teams-Bildschirm-Sharing) 5. Gruppe diskutiert: Welches Bild hat das Motiv am treffendsten dargestellt? Warum? 6. Gewinner-Prompt wird geteilt und analysiert: Was macht ihn effektiv?

Lerneffekt: Teilnehmende sehen sofort, wie verschiedene Prompt-Formulierungen zu dramatisch unterschiedlichen Ergebnissen führen — ein direktes Feedback-Erlebnis.

Quelle: KI-Wissensbasis von MindsMachines, Edition Juni 2026. Vollständige Fassung als PDF anfordern.

Nächster Schritt

Vom Selbststudium zur Schulung im Team.

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