Systematische Prompt-Referenz UE 37–48
Diese Gesamtübersicht konsolidiert alle wichtigen Prompt-Typen aus den Unterrichtseinheiten 37–48 als strukturierte Referenz für den Trainer-Einsatz und die persönliche Nutzung.
Kategorie A: Tool-Auswahl und Kalibrierung (UE 37)
A1 — Modell-Auswahl-Matrix abfragen: „Ich habe folgende Aufgabe: [Aufgabenbeschreibung]. Welches KI-Tool (Copilot, ChatGPT, Claude, Perplexity, NotebookLM) ist für diese Aufgabe am besten geeignet? Berücksichtige: Datenschutz-Anforderungen [hoch/mittel/niedrig], Dokumentenlänge [kurz/mittel/lang], Bedarf an aktuellen Web-Informationen [ja/nein], Integration in bestehendes Tool-Set [M365/standalone].”
A2 — Stärken-Schwächen-Vergleich für spezifischen Anwendungsfall: „Vergleiche ChatGPT und Claude für folgende Aufgabe: [Aufgabe]. Welche Stärken und Schwächen hat jedes Modell in diesem Kontext?”
A3 — ROI-Kalkulation für KI-Tool-Investment: „Hilf mir, den ROI einer [Tool]-Lizenz zu kalkulieren. Annahmen: Anzahl Nutzer [X], durchschnittliche tägliche KI-nutzbare Aufgabenzeit [Y Minuten], erwartete Zeitersparnis durch KI [Z%], Lizenzkosten pro Nutzer pro Monat [EUR].”
Kategorie B: E-Mail-Kommunikation (UE 38)
B1 — Proaktiver Kunden-Update-Prompt: „Schreibe ein proaktives Kunden-Update für [Projektname]. Status: [aktueller Status]. Highlight: [beste Neuigkeit der Woche]. Herausforderung: [ehrliche Herausforderung]. Nächste Schritte: [konkrete nächste Schritte]. Tonalität: persönlich-direkt, optimistisch ohne zu beschönigen. Länge: max. 200 Wörter.”
B2 — Schwierige Absage formulieren: „Schreibe eine Absage an [Empfänger] für [Anfrage/Bewerbung]. Grund: [ehrlicher Grund, angemessen verpackt]. Tonalität: empathisch-wertschätzend. Die Absage soll klar sein, aber die Beziehung nicht beschädigen. Optional: möglichen Ausblick für die Zukunft erwähnen.”
B3 — Nachfass-Strategie für langes Schweigen: „Ich habe vor [X Wochen] ein Angebot geschickt — keine Antwort. Schreibe eine Nachfass-E-Mail, die: (1) nicht drängend wirkt, (2) einen neuen Aufhänger bietet (z.B. relevante Neuigkeit zum Thema), (3) eine einfache, konkrete Handlungsaufforderung enthält. Tonalität: sachlich-freundlich.”
Kategorie C: Meeting-Assistenz (UE 39)
C1 — Agenda-Optimierungs-Prompt: „Hier ist meine Meeting-Agenda für morgen: [Agenda]. Prüfe: (1) Ist die Zeitplanung realistisch? (2) In welcher Reihenfolge sollten die Punkte behandelt werden (energieintensive Entscheidungen früh, informative Punkte spät)? (3) Welche Punkte könnten asynchron gelöst werden, ohne Meeting?”
C2 — Action-Item-Follow-up-Prompt: „Ich habe letzte Woche diese Action Items verteilt: [Liste]. Schreibe eine kurze Follow-up-Nachricht an alle Verantwortlichen, die: (1) an die Action Items erinnert, (2) nach Status fragt, (3) bei Blockaden Unterstützung anbietet. Ton: konstruktiv, nicht mahnend.”
C3 — Retrospektiven-Analyse aus mehreren Protokollen: „Hier sind sechs Meeting-Protokolle aus dem letzten Quartal [Protokolle]. Analysiere: (1) Themen, die immer wieder als Problem auftauchen, (2) Action Items, die nie abgeschlossen wurden, (3) Entscheidungen, die revidiert wurden, (4) Positive Muster, die beibehalten werden sollten.”
Kategorie D: Textproduktion (UE 40)
D1 — Angebots-Überzeugungspyramide: „Erstelle eine Überzeugungspyramide für dieses Angebot [Kontext]. Struktur: (1) Kernaussage in einem Satz (warum sollte der Kunde Ja sagen), (2) drei Hauptargumente, die die Kernaussage stützen, (3) für jedes Argument: ein Beweis oder eine Referenz, (4) Antworten auf die drei wahrscheinlichsten Einwände.”
D2 — Executive-Briefing-Format: „Erstelle ein Executive Briefing zu [Thema] nach dem BLUF-Format (Bottom Line Up Front): (1) Empfehlung in einem Satz, (2) drei wichtigste Fakten, (3) zwei Risiken, (4) erforderliche Entscheidung bis [Datum]. Länge: eine Seite maximal.”
D3 — Blogpost-Differenzierungs-Check: „Analysiere diesen Blogpost-Entwurf [Text]. Beantworte: (1) Ist die These differenziert oder eine Wiederholung des Offensichtlichen? (2) Was ist die einzigartige Perspektive oder Erfahrung, die diesen Post von tausend anderen zum Thema unterscheidet? (3) Welche drei Titel-Varianten würden mehr Aufmerksamkeit erzeugen?”
Kategorie E: Übersetzen und Umformulieren (UE 41)
E1 — Mehrstufige Übersetzungs-Qualitätsprüfung: „Schritt 1: Übersetze diesen deutschen Text ins Englische. Schritt 2: Prüfe die Übersetzung auf: (a) German anglicisms (deutsch klingende Formulierungen), (b) unnatürlichen Satzbau, (c) kulturell unangemessene Formulierungen für ein [britisches/amerikanisches] Publikum. Schritt 3: Erstelle eine bereinigte finale Version.”
E2 — Vereinfachungs-Pipeline: „Vereinfache diesen Text in drei Stufen: Stufe 1 (B2-Niveau): Fachbegriffe erklären, Schachtelsätze auflösen. Stufe 2 (B1-Niveau): Aktiv statt Passiv, max. 15 Wörter pro Satz. Stufe 3 (A2-Niveau): Max. 10 Wörter pro Satz, nur Alltagswortschatz, ein Gedanke pro Satz.”
E3 — Register-Transformations-Prompt: „Dieser Text ist für [Zielgruppe A] geschrieben. Formuliere ihn für [Zielgruppe B] um. Ändere: Register, Beispiele, Tiefe der Erklärungen, Verwendung von Fachbegriffen. Inhalt bleibt identisch.”
Kategorie F: Recherche und Wissensaggregation (UE 42)
F1 — Marktanalyse-Sprint-Prompt: „Führe eine komprimierte Marktanalyse zu [Markt/Branche] durch. Bereiche: (1) Marktgröße und Wachstumsrate 2024, (2) Top-5-Wettbewerber mit Kurzbeschreibung, (3) wichtigste Trends, (4) regulatorische Entwicklungen, (5) identifizierte Chancen und Risiken. Quellen: bevorzugt Primärquellen.”
F2 — Person/Unternehmen-Recherche vor Gespräch: „Ich habe morgen ein Gespräch mit [Person/Unternehmen]. Recherchiere: (1) aktuelle strategische Prioritäten (was kommunizieren sie gerade?), (2) letzte Quartal — relevante News und Entwicklungen, (3) bekannte Herausforderungen oder Kritikpunkte, (4) welche Fragen würde ich stellen, um mich als gut vorbereitet zu zeigen?”
F3 — Quellen-Hierarchie-Analyse: „Prüfe die folgenden Quellen [Quellenliste] nach der Quellen-Hierarchie: (1) Primärquellen (Originalstudien, offizielle Statistiken), (2) Sekundärquellen (Qualitätsjournalismus, Research-Firmen), (3) Tertiärquellen (Blogs, PR-Texte). Welche Quellen sollten für strategische Entscheidungen priorisiert werden?”
Kategorie G: Faktenprüfung und Qualitätssicherung (UE 43)
G1 — Systematischer Halluzinations-Scan: „Prüfe den folgenden KI-generierten Text auf alle fünf Halluzinations-Muster: (1) erfundene Quellen, (2) falsche Zahlen, (3) nicht existente Personen, (4) veraltete Informationen, (5) Konzeptvermischungen. Markiere jede verdächtige Stelle mit [PRÜFEN: Typ X] und begründe kurz den Verdacht.”
G2 — Zwei-Stufen-Verifikations-Prompt: „Schritt 1: Beantworte diese Frage: [Frage]. Schritt 2: Prüfe deine Antwort kritisch: Welche Aussagen kannst du mit hoher Sicherheit belegen? Welche sind Schätzungen oder Approximationen? Welche sollten vom Nutzer unabhängig verifiziert werden?”
G3 — Drei-Stufen-Freigabemodell-Anwendung: „Einige KI-generierte Outputs in die drei Kategorien ein: - Grün: [Outputs] → Schnell-Check ausreichend - Gelb: [Outputs] → Vollständiger 5-Punkte-Prüfrahmen - Rot: [Outputs] → Fachliche Prüfung plus 5-Punkte-Check Begründe die Einstufung für jeden Output.”
Kategorie H: Wissensmanagement und RAG (UE 44)
H1 — Wissensbasis-Aufbau-Prompt: „Ich möchte eine Wissensbasis für [Thema/Projekt] aufbauen. Welche Dokumenttypen sollte ich einlesen? Welche zehn Testfragen wären ein guter Qualitätscheck? Welches RAG-Tool ist für diesen Anwendungsfall am besten geeignet?”
H2 — Wissenslücken-Identifikation: „Ich habe folgende Dokumente in meine Wissensbasis eingespeist: [Dokumentenliste]. Stell mir zehn Fragen, die ich an diese Wissensbasis stellen würde. Dann sage mir: Welche Fragen werden wahrscheinlich gut beantwortet und welche wahrscheinlich nicht (weil das Wissen fehlt)?”
H3 — Lifecycle-Planung für Projektwissensbasis: „Entwickle einen Lifecycle-Plan für eine Projektwissensbasis für [Projekttyp]. Phasen: Projektstart (welche Dokumente? wer pflegt?), Laufendes Projekt (Update-Frequenz? Trigger?), Projektabschluss (Lessons Learned? Archivierung?). Datenschutz-Empfehlung: welches Tool für diesen Projekttyp?”
Kategorie I: Präsentationen (UE 45)
I1 — Präsentations-Dramaturgie-Check: „Prüfe diese Präsentation auf Dramaturgie: (1) Gibt es eine klare narrative Logik (Problem → Lösung → Beweis → Aufruf)? (2) Wo verliert die Präsentation den Faden? (3) Welche drei Stellen hätten den größten emotionalen Anker-Potenzial, der noch nicht genutzt wird?”
I2 — Titel-Portfolio für Foliensatz: „Wandle alle Folientitel in dieser Präsentation von thematischen Labels in Narrative Action Titles um. Für jeden Titel: (a) Original-Titel, (b) Narrative Action Title (Kernaussage der Folie als Aussage), (c) Kurze Begründung, warum der Action Title besser ist.”
I3 — Cross-Cultural-Adaption für Präsentation: „Diese Präsentation wurde für ein deutsches Mittelstand-Publikum entwickelt. Adaptiere sie für [Zielland/Zielkultur]. Berücksichtige: Kommunikationsnormen, bevorzugte Argumentation (deduktiv vs. induktiv), Umgang mit Unsicherheit und Risiko, formale vs. informale Elemente.”
Kategorie J: Barrierefreiheit (UE 46)
J1 — BFSG-Compliance-Audit: „Prüfe folgende Website/Dokument-Beschreibung auf BFSG/WCAG 2.1-Compliance. Prüfliste: (1) Alt-Texte für alle nicht-dekorativen Bilder, (2) ausreichende Farbkontraste (AA-Niveau), (3) Tastaturnavigierbarkeit aller Funktionen, (4) Korrekte Überschriften-Hierarchie, (5) Sprechende Link-Texte. Für jedes Kriterium: Erfüllt / Nicht erfüllt / Prüfung erforderlich.”
J2 — Lesbarkeits-Optimierungs-Pipeline: „Optimiere diesen Text für maximale Lesbarkeit. Schritte: (1) Sätze über zwanzig Wörter kürzen, (2) Passiv-Konstruktionen in Aktiv umwandeln, (3) Nominalisierungen in Verbalkonstruktionen umwandeln, (4) Fachjargon identifizieren und erklären oder ersetzen, (5) Paragraphen über 80 Wörter aufteilen.”
J3 — Inklusivitäts-Audit für Kommunikationsmaterial: „Analysiere diese [Stellenausschreibung / Broschüre / Formular] auf Inklusivitätsprobleme: (1) Geschlechtsspezifische Sprache, (2) Altersdiskriminierende Formulierungen, (3) Implizite Anforderungen, die bestimmte Gruppen ausschließen, (4) Kulturell nicht-inklusiver Beispiele, (5) Zugänglichkeits-Barrieren in Struktur oder Sprache. Schlage inklusive Alternativen vor.”
Kategorie K: Routinen und Integration (UE 47–48)
K1 — Persönlicher KI-Adaption-Fahrplan: „Ich befinde mich in Phase [1/2/3] der KI-Adaption (1=Experimentieren, 2=Produktivieren, 3=Systematisieren). Was sind die drei wichtigsten nächsten Schritte, um in die nächste Phase zu kommen? Mein Arbeitskontext: [kurze Beschreibung]. Meine stärksten KI-Anwendungsfälle bisher: [Liste].”
K2 — Team-KI-Strategie-Workshop-Vorbereitung: „Ich soll einen 90-minütigen Workshop zur KI-Einführung für mein Team vorbereiten. Mein Team: [Größe, Funktionen, KI-Erfahrungsstand]. Ziele: [was soll am Ende anders sein]. Erstelle: (1) Agenda mit Zeitplan, (2) zwei bis drei praktische Übungen, (3) Transfer-Maßnahmen für die Nachbereitung.”
K3 — Monatlicher KI-Reflexions-Prompt: „Hilf mir, eine monatliche KI-Reflexion durchzuführen. Fragen: (1) Welche KI-Routinen habe ich diesen Monat konsequent angewendet — und was hat dabei gut funktioniert? (2) Welche Routinen habe ich vernachlässigt — warum? (3) Welchen neuen Anwendungsfall habe ich ausprobiert? (4) Was habe ich über KI-Qualitätssicherung gelernt? (5) Was nehme ich mir für den nächsten Monat vor?”
Quelle: KI-Wissensbasis von MindsMachines, Edition Juni 2026. Vollständige Fassung als PDF anfordern.