Anhang, Prompt Bibliothek Gesamtübersicht für Modul 3/4

Aus Modul 4, Prompt Engineering Vertiefung und Modern Workplaceetwa 9 Minuten Lesezeit

Systematische Prompt-Referenz UE 37–48

Diese Gesamtübersicht konsolidiert alle wichtigen Prompt-Typen aus den Unterrichtseinheiten 37–48 als strukturierte Referenz für den Trainer-Einsatz und die persönliche Nutzung.

Kategorie A: Tool-Auswahl und Kalibrierung (UE 37)

A1 — Modell-Auswahl-Matrix abfragen: „Ich habe folgende Aufgabe: [Aufgabenbeschreibung]. Welches KI-Tool (Copilot, ChatGPT, Claude, Perplexity, NotebookLM) ist für diese Aufgabe am besten geeignet? Berücksichtige: Datenschutz-Anforderungen [hoch/mittel/niedrig], Dokumentenlänge [kurz/mittel/lang], Bedarf an aktuellen Web-Informationen [ja/nein], Integration in bestehendes Tool-Set [M365/standalone].”

A2 — Stärken-Schwächen-Vergleich für spezifischen Anwendungsfall: „Vergleiche ChatGPT und Claude für folgende Aufgabe: [Aufgabe]. Welche Stärken und Schwächen hat jedes Modell in diesem Kontext?”

A3 — ROI-Kalkulation für KI-Tool-Investment: „Hilf mir, den ROI einer [Tool]-Lizenz zu kalkulieren. Annahmen: Anzahl Nutzer [X], durchschnittliche tägliche KI-nutzbare Aufgabenzeit [Y Minuten], erwartete Zeitersparnis durch KI [Z%], Lizenzkosten pro Nutzer pro Monat [EUR].”

Kategorie B: E-Mail-Kommunikation (UE 38)

B1 — Proaktiver Kunden-Update-Prompt: „Schreibe ein proaktives Kunden-Update für [Projektname]. Status: [aktueller Status]. Highlight: [beste Neuigkeit der Woche]. Herausforderung: [ehrliche Herausforderung]. Nächste Schritte: [konkrete nächste Schritte]. Tonalität: persönlich-direkt, optimistisch ohne zu beschönigen. Länge: max. 200 Wörter.”

B2 — Schwierige Absage formulieren: „Schreibe eine Absage an [Empfänger] für [Anfrage/Bewerbung]. Grund: [ehrlicher Grund, angemessen verpackt]. Tonalität: empathisch-wertschätzend. Die Absage soll klar sein, aber die Beziehung nicht beschädigen. Optional: möglichen Ausblick für die Zukunft erwähnen.”

B3 — Nachfass-Strategie für langes Schweigen: „Ich habe vor [X Wochen] ein Angebot geschickt — keine Antwort. Schreibe eine Nachfass-E-Mail, die: (1) nicht drängend wirkt, (2) einen neuen Aufhänger bietet (z.B. relevante Neuigkeit zum Thema), (3) eine einfache, konkrete Handlungsaufforderung enthält. Tonalität: sachlich-freundlich.”

Kategorie C: Meeting-Assistenz (UE 39)

C1 — Agenda-Optimierungs-Prompt: „Hier ist meine Meeting-Agenda für morgen: [Agenda]. Prüfe: (1) Ist die Zeitplanung realistisch? (2) In welcher Reihenfolge sollten die Punkte behandelt werden (energieintensive Entscheidungen früh, informative Punkte spät)? (3) Welche Punkte könnten asynchron gelöst werden, ohne Meeting?”

C2 — Action-Item-Follow-up-Prompt: „Ich habe letzte Woche diese Action Items verteilt: [Liste]. Schreibe eine kurze Follow-up-Nachricht an alle Verantwortlichen, die: (1) an die Action Items erinnert, (2) nach Status fragt, (3) bei Blockaden Unterstützung anbietet. Ton: konstruktiv, nicht mahnend.”

C3 — Retrospektiven-Analyse aus mehreren Protokollen: „Hier sind sechs Meeting-Protokolle aus dem letzten Quartal [Protokolle]. Analysiere: (1) Themen, die immer wieder als Problem auftauchen, (2) Action Items, die nie abgeschlossen wurden, (3) Entscheidungen, die revidiert wurden, (4) Positive Muster, die beibehalten werden sollten.”

Kategorie D: Textproduktion (UE 40)

D1 — Angebots-Überzeugungspyramide: „Erstelle eine Überzeugungspyramide für dieses Angebot [Kontext]. Struktur: (1) Kernaussage in einem Satz (warum sollte der Kunde Ja sagen), (2) drei Hauptargumente, die die Kernaussage stützen, (3) für jedes Argument: ein Beweis oder eine Referenz, (4) Antworten auf die drei wahrscheinlichsten Einwände.”

D2 — Executive-Briefing-Format: „Erstelle ein Executive Briefing zu [Thema] nach dem BLUF-Format (Bottom Line Up Front): (1) Empfehlung in einem Satz, (2) drei wichtigste Fakten, (3) zwei Risiken, (4) erforderliche Entscheidung bis [Datum]. Länge: eine Seite maximal.”

D3 — Blogpost-Differenzierungs-Check: „Analysiere diesen Blogpost-Entwurf [Text]. Beantworte: (1) Ist die These differenziert oder eine Wiederholung des Offensichtlichen? (2) Was ist die einzigartige Perspektive oder Erfahrung, die diesen Post von tausend anderen zum Thema unterscheidet? (3) Welche drei Titel-Varianten würden mehr Aufmerksamkeit erzeugen?”

Kategorie E: Übersetzen und Umformulieren (UE 41)

E1 — Mehrstufige Übersetzungs-Qualitätsprüfung: „Schritt 1: Übersetze diesen deutschen Text ins Englische. Schritt 2: Prüfe die Übersetzung auf: (a) German anglicisms (deutsch klingende Formulierungen), (b) unnatürlichen Satzbau, (c) kulturell unangemessene Formulierungen für ein [britisches/amerikanisches] Publikum. Schritt 3: Erstelle eine bereinigte finale Version.”

E2 — Vereinfachungs-Pipeline: „Vereinfache diesen Text in drei Stufen: Stufe 1 (B2-Niveau): Fachbegriffe erklären, Schachtelsätze auflösen. Stufe 2 (B1-Niveau): Aktiv statt Passiv, max. 15 Wörter pro Satz. Stufe 3 (A2-Niveau): Max. 10 Wörter pro Satz, nur Alltagswortschatz, ein Gedanke pro Satz.”

E3 — Register-Transformations-Prompt: „Dieser Text ist für [Zielgruppe A] geschrieben. Formuliere ihn für [Zielgruppe B] um. Ändere: Register, Beispiele, Tiefe der Erklärungen, Verwendung von Fachbegriffen. Inhalt bleibt identisch.”

Kategorie F: Recherche und Wissensaggregation (UE 42)

F1 — Marktanalyse-Sprint-Prompt: „Führe eine komprimierte Marktanalyse zu [Markt/Branche] durch. Bereiche: (1) Marktgröße und Wachstumsrate 2024, (2) Top-5-Wettbewerber mit Kurzbeschreibung, (3) wichtigste Trends, (4) regulatorische Entwicklungen, (5) identifizierte Chancen und Risiken. Quellen: bevorzugt Primärquellen.”

F2 — Person/Unternehmen-Recherche vor Gespräch: „Ich habe morgen ein Gespräch mit [Person/Unternehmen]. Recherchiere: (1) aktuelle strategische Prioritäten (was kommunizieren sie gerade?), (2) letzte Quartal — relevante News und Entwicklungen, (3) bekannte Herausforderungen oder Kritikpunkte, (4) welche Fragen würde ich stellen, um mich als gut vorbereitet zu zeigen?”

F3 — Quellen-Hierarchie-Analyse: „Prüfe die folgenden Quellen [Quellenliste] nach der Quellen-Hierarchie: (1) Primärquellen (Originalstudien, offizielle Statistiken), (2) Sekundärquellen (Qualitätsjournalismus, Research-Firmen), (3) Tertiärquellen (Blogs, PR-Texte). Welche Quellen sollten für strategische Entscheidungen priorisiert werden?”

Kategorie G: Faktenprüfung und Qualitätssicherung (UE 43)

G1 — Systematischer Halluzinations-Scan: „Prüfe den folgenden KI-generierten Text auf alle fünf Halluzinations-Muster: (1) erfundene Quellen, (2) falsche Zahlen, (3) nicht existente Personen, (4) veraltete Informationen, (5) Konzeptvermischungen. Markiere jede verdächtige Stelle mit [PRÜFEN: Typ X] und begründe kurz den Verdacht.”

G2 — Zwei-Stufen-Verifikations-Prompt: „Schritt 1: Beantworte diese Frage: [Frage]. Schritt 2: Prüfe deine Antwort kritisch: Welche Aussagen kannst du mit hoher Sicherheit belegen? Welche sind Schätzungen oder Approximationen? Welche sollten vom Nutzer unabhängig verifiziert werden?”

G3 — Drei-Stufen-Freigabemodell-Anwendung: „Einige KI-generierte Outputs in die drei Kategorien ein: - Grün: [Outputs] → Schnell-Check ausreichend - Gelb: [Outputs] → Vollständiger 5-Punkte-Prüfrahmen - Rot: [Outputs] → Fachliche Prüfung plus 5-Punkte-Check Begründe die Einstufung für jeden Output.”

Kategorie H: Wissensmanagement und RAG (UE 44)

H1 — Wissensbasis-Aufbau-Prompt: „Ich möchte eine Wissensbasis für [Thema/Projekt] aufbauen. Welche Dokumenttypen sollte ich einlesen? Welche zehn Testfragen wären ein guter Qualitätscheck? Welches RAG-Tool ist für diesen Anwendungsfall am besten geeignet?”

H2 — Wissenslücken-Identifikation: „Ich habe folgende Dokumente in meine Wissensbasis eingespeist: [Dokumentenliste]. Stell mir zehn Fragen, die ich an diese Wissensbasis stellen würde. Dann sage mir: Welche Fragen werden wahrscheinlich gut beantwortet und welche wahrscheinlich nicht (weil das Wissen fehlt)?”

H3 — Lifecycle-Planung für Projektwissensbasis: „Entwickle einen Lifecycle-Plan für eine Projektwissensbasis für [Projekttyp]. Phasen: Projektstart (welche Dokumente? wer pflegt?), Laufendes Projekt (Update-Frequenz? Trigger?), Projektabschluss (Lessons Learned? Archivierung?). Datenschutz-Empfehlung: welches Tool für diesen Projekttyp?”

Kategorie I: Präsentationen (UE 45)

I1 — Präsentations-Dramaturgie-Check: „Prüfe diese Präsentation auf Dramaturgie: (1) Gibt es eine klare narrative Logik (Problem → Lösung → Beweis → Aufruf)? (2) Wo verliert die Präsentation den Faden? (3) Welche drei Stellen hätten den größten emotionalen Anker-Potenzial, der noch nicht genutzt wird?”

I2 — Titel-Portfolio für Foliensatz: „Wandle alle Folientitel in dieser Präsentation von thematischen Labels in Narrative Action Titles um. Für jeden Titel: (a) Original-Titel, (b) Narrative Action Title (Kernaussage der Folie als Aussage), (c) Kurze Begründung, warum der Action Title besser ist.”

I3 — Cross-Cultural-Adaption für Präsentation: „Diese Präsentation wurde für ein deutsches Mittelstand-Publikum entwickelt. Adaptiere sie für [Zielland/Zielkultur]. Berücksichtige: Kommunikationsnormen, bevorzugte Argumentation (deduktiv vs. induktiv), Umgang mit Unsicherheit und Risiko, formale vs. informale Elemente.”

Kategorie J: Barrierefreiheit (UE 46)

J1 — BFSG-Compliance-Audit: „Prüfe folgende Website/Dokument-Beschreibung auf BFSG/WCAG 2.1-Compliance. Prüfliste: (1) Alt-Texte für alle nicht-dekorativen Bilder, (2) ausreichende Farbkontraste (AA-Niveau), (3) Tastaturnavigierbarkeit aller Funktionen, (4) Korrekte Überschriften-Hierarchie, (5) Sprechende Link-Texte. Für jedes Kriterium: Erfüllt / Nicht erfüllt / Prüfung erforderlich.”

J2 — Lesbarkeits-Optimierungs-Pipeline: „Optimiere diesen Text für maximale Lesbarkeit. Schritte: (1) Sätze über zwanzig Wörter kürzen, (2) Passiv-Konstruktionen in Aktiv umwandeln, (3) Nominalisierungen in Verbalkonstruktionen umwandeln, (4) Fachjargon identifizieren und erklären oder ersetzen, (5) Paragraphen über 80 Wörter aufteilen.”

J3 — Inklusivitäts-Audit für Kommunikationsmaterial: „Analysiere diese [Stellenausschreibung / Broschüre / Formular] auf Inklusivitätsprobleme: (1) Geschlechtsspezifische Sprache, (2) Altersdiskriminierende Formulierungen, (3) Implizite Anforderungen, die bestimmte Gruppen ausschließen, (4) Kulturell nicht-inklusiver Beispiele, (5) Zugänglichkeits-Barrieren in Struktur oder Sprache. Schlage inklusive Alternativen vor.”

Kategorie K: Routinen und Integration (UE 47–48)

K1 — Persönlicher KI-Adaption-Fahrplan: „Ich befinde mich in Phase [1/2/3] der KI-Adaption (1=Experimentieren, 2=Produktivieren, 3=Systematisieren). Was sind die drei wichtigsten nächsten Schritte, um in die nächste Phase zu kommen? Mein Arbeitskontext: [kurze Beschreibung]. Meine stärksten KI-Anwendungsfälle bisher: [Liste].”

K2 — Team-KI-Strategie-Workshop-Vorbereitung: „Ich soll einen 90-minütigen Workshop zur KI-Einführung für mein Team vorbereiten. Mein Team: [Größe, Funktionen, KI-Erfahrungsstand]. Ziele: [was soll am Ende anders sein]. Erstelle: (1) Agenda mit Zeitplan, (2) zwei bis drei praktische Übungen, (3) Transfer-Maßnahmen für die Nachbereitung.”

K3 — Monatlicher KI-Reflexions-Prompt: „Hilf mir, eine monatliche KI-Reflexion durchzuführen. Fragen: (1) Welche KI-Routinen habe ich diesen Monat konsequent angewendet — und was hat dabei gut funktioniert? (2) Welche Routinen habe ich vernachlässigt — warum? (3) Welchen neuen Anwendungsfall habe ich ausprobiert? (4) Was habe ich über KI-Qualitätssicherung gelernt? (5) Was nehme ich mir für den nächsten Monat vor?”

Quelle ist die KI Wissensbasis von MindsMachines, Edition Juni 2026. Die vollständige Fassung gibt es als PDF.

Befähigung nach Maß, an echten Aufgaben je Rolle

Befähigungsgespräch, 30 Minuten, online. Ergebnis ist der Bedarf je Rolle und ein Plan für einen Befähigungstag an echten Aufgaben Ihres Teams. Der Befähigungstag dokumentiert die durchgeführten Maßnahmen zur Förderung der KI Kompetenz nach Art. 4 EU AI Act.

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