KI-AkademieWissensbasis

Aus Modul 8 · ca. 4 Min.

Abschluss-Referenz: Schlüsselkonzepte Modul 8 im Überblick

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Konzept-Glossar für Teilnehmende und Trainer

6-teilige Prompt-Struktur (Rolle · Aufgabe · Ziel · Kontext · Output · Beispiele): Strukturiertes Format für die Formulierung von KI-Prompts. Verbessert die Ausgabe-Qualität von LLMs erheblich im Vergleich zu unstrukturierten Prompts. Wird in UE 87 und UE 96 angewendet.

Break-Even-Analyse: Berechnung des Zeitpunkts, ab dem kumulierte Einsparungen die kumulierten Investitionskosten überschreiten. Zentrale Kennzahl im Business Case (UE 95).

Drei-Stufen-Freigabemodell (Grün / Gelb / Rot): Governance-Framework für die Risikoeinstufung von KI-Use-Cases. Grün = interne Produktivitätshilfe, ohne Entscheidungsautonomie. Gelb = KI mit Empfehlungsfunktion, Human-in-the-Loop verpflichtend. Rot = EU-AI-Act-pflichtig oder verboten. Eingeführt in UE 93.

EU AI Act: EU-Verordnung (2024), die KI-Anwendungen in vier Risikoklassen einteilt und für jede Klasse unterschiedliche Compliance-Anforderungen definiert. Für Deployer (Unternehmen, die KI einsetzen) gelten eigene Pflichten. Behandelt in UE 93.

H×R×W-Matrix (Häufigkeit × Regelbasiertheit × Wert): Bewertungsrahmen für KI-Potenzial von Geschäftsprozessen. Ergibt einen Score 1–125, der Prozesse nach KI-Priorisierbarkeit einordnet. Eingeführt in UE 86.

ICE-Score (Impact × Confidence × Ease): Einfache Priorisierungsmethode für Use-Case-Portfolios. Geeignet für erste Screening-Runden. Behandelt in UE 88.

KI-Beauftragter: Interne Rolle für die Steuerung und Überwachung des KI-Einsatzes in der Organisation. Verantwortlich für das Governance-Handbuch, die Use-Case-Prüfprozesse und die EU-AI-Act-Compliance. Eingeführt in UE 93.

Modell-Auswahl-Matrix: Framework für die Auswahl des geeigneten KI-Modells (GPT-4, Claude, Gemini, Mistral, lokale Modelle etc.) nach Kriterien wie Datensensitivität, Kontextlänge, Kosten, Mehrsprachigkeit und Compliance-Anforderungen. Behandelt in UE 89.

NPV (Net Present Value): Kapitalwert einer Investition, der zukünftige Cashflows auf den heutigen Zeitpunkt abdiskontiert. Zentrale Kennzahl für Investitionsentscheidungen. Behandelt in UE 95.

Nutzwertanalyse (Weighted Scoring): Priorisierungsmethode, die mehrere gewichtete Kriterien kombiniert. Geeignet für finale Entscheidungsrunden mit formaler Dokumentationspflicht. Behandelt in UE 88.

Pilot-Design: Strukturierter Plan für den begrenzten Einsatz einer KI-Lösung zur Hypothesenvalidierung vor der Vollimplementierung. Enthält: Hypothese, Scope, Pilotgruppe, KPIs, Abbruchkriterien, Zeitrahmen. Behandelt in UE 91.

RICE-Score (Reach × Impact × Confidence ÷ Effort): Erweiterte Priorisierungsmethode für Use-Case-Portfolios. Berücksichtigt Nutzerzahl (Reach). Geeignet für zweite Bewertungsrunden. Behandelt in UE 88.

Rolling-Wave-Planung: Planungsmethodik, bei der nahe Zeiträume detailliert und fernere Zeiträume gröber geplant werden. Quartalsweise Aktualisierung. Geeignet für KI-Programme mit hoher Planungsunsicherheit. Behandelt in UE 94.

SIPOC (Suppliers → Inputs → Process → Outputs → Customers): Prozessaufnahme-Methode aus dem Lean-/Six-Sigma-Umfeld. Systematisiert die Erfassung von Prozess-Inputs und -Outputs. Behandelt in UE 85.

TCO (Total Cost of Ownership): Gesamtbetriebskosten einer Investition über den gesamten Lebenszyklus. Unterscheidet direkte und indirekte Kosten. Zentrale Kennzahl im Build-vs.-Buy-Vergleich (UE 89) und Business Case (UE 95).

Use-Case-Canvas: Strukturiertes Template zur vollständigen Beschreibung eines KI-Use-Cases in 7–9 Feldern. Dient als Kommunikations-, Prüf- und Entscheidungsinstrument. Eingeführt in UE 87, verwendet in UE 88, 91, 95 und 96.

Value Stream Mapping (VSM): Visuelle Methode zur Darstellung des Material- und Informationsflusses in einem Prozess. Zeigt Wertschöpfung vs. Verschwendung. Behandelt in UE 85.

Vendor Lock-in: Abhängigkeit von einem einzelnen Technologieanbieter, die einen Wechsel zu einem anderen Anbieter erschwert oder verteuert. Relevantes Risiko bei proprietären KI-Plattformen. Behandelt in UE 89.

Abschluss-Checkliste: Modul 8 durchgeführt?

Am Ende von Modul 8 sollten alle Teilnehmenden folgende Kompetenzen nachgewiesen haben:

Methodenkompetenzen: - [ ] SIPOC und VSM für mindestens einen eigenen Prozess erstellt - [ ] KI-Potenzialmatrix H×R×W für mindestens 3 Prozesse ausgefüllt - [ ] Use-Case-Canvas für mindestens einen Use Case vollständig ausgefüllt - [ ] ICE-Score für mindestens 5 Use Cases berechnet - [ ] Build-vs.-Buy-Kriterien für einen konkreten Fall bewertet - [ ] Datenqualitäts-Audit für eine eigene Datenquelle durchgeführt - [ ] Pilot-Design mit Hypothese, KPIs und Abbruchkriterien erstellt - [ ] Business-Case-Grundrechnung (TCO, Break-Even) für einen Use Case erstellt

Strategische Kompetenzen: - [ ] Drei-Stufen-Freigabemodell angewendet (Grün/Gelb/Rot für eigene Use Cases) - [ ] EU-AI-Act-Risikoklasse für eigene Use Cases bestimmt - [ ] 12-Monats-Roadmap-Entwurf erstellt - [ ] Change-Management-Plan für einen Piloten skizziert

Transfer-Kompetenzen: - [ ] Mindestens 3 vollständige Use-Case-Steckbriefe vorliegend - [ ] Nächste Schritte für alle 3 Use Cases definiert (mit Datum und Verantwortlichen) - [ ] Dokumentation für Projektarbeit genutzt (Canvas als Projektdokumentation-Basis)

Ende des Erweiterten Trainer-Nachschlagewerks — Modul 8 (UE 85–96)

Dieses Handout ist kundenneutral und für den Einsatz in verschiedenen Organisationen und Branchen konzipiert. Alle Branchen-Vignetten sind als Beispielrahmen zu verstehen — Trainer wählen die für ihre Gruppe relevanteste Branche aus.

Quelle: KI-Wissensbasis von MindsMachines, Edition Juni 2026. Vollständige Fassung als PDF anfordern.

Nächster Schritt

Vom Selbststudium zur Schulung im Team.

Diese Einheit stammt aus unserer Wissensbasis mit 120 Unterrichtseinheiten. Als KI-Schulung vermitteln wir die Inhalte praxisnah an Ihren eigenen Use Cases, EU-AI-Act-konform dokumentiert.

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