Ethik-Policy-Muster: Synthetische Medien
Das folgende Policy-Muster kann als Ausgangspunkt für eine eigene Unternehmens-KI-Medien-Policy genutzt werden. Es ist kundenneutral und muss für den spezifischen Unternehmenskontext angepasst werden:
Richtlinie für den Einsatz von KI-generierten synthetischen Medien Version 1.0 — [Datum] — [Unternehmensname]
1. Geltungsbereich Diese Richtlinie gilt für alle Mitarbeitenden der [Organisation], die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit KI-Tools zur Generierung, Bearbeitung oder Produktion von Bildern, Audio, Video oder Avatar-Inhalten einsetzen.
2. Grundsätze Der Einsatz von KI-generierten synthetischen Medien erfolgt nach den Grundsätzen der Transparenz, der Einwilligung, der Nicht-Täuschung, der Verhältnismäßigkeit und der Schadensbegrenzung.
3. Erlaubte Tools Folgende KI-Medien-Tools sind nach Prüfung freigegeben [Liste mit konkreten Tools und erlaubten Tarifen]. Der Einsatz nicht gelisteter Tools ist vorab mit [Ansprechpartner] abzustimmen.
4. Kennzeichnungspflicht Alle KI-generierten Inhalte, die in externer Kommunikation verwendet werden, sind als KI-generiert zu kennzeichnen. Für interne Kommunikation wird Kennzeichnung empfohlen.
5. Freigabeprozess Für die Verwendung synthetischer Medien gilt das Drei-Stufen-Freigabemodell: - Grün (intern, allgemein): Keine spezifische Freigabe nötig - Gelb (extern, Standard): Qualitätsprüfung + Freigabe durch Fachbereichsleitung - Rot (reguliert, biometrisch, sensitiv): Freigabe durch [Compliance / Geschäftsführung]
6. Voice Cloning und Personal Avatare Das Klonen der Stimme oder die Erstellung eines Personal Avatars einer Person erfordert deren schriftliche Einwilligung. Ein entsprechendes Einwilligungsformular ist bei [Ansprechpartner] erhältlich. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.
7. Meldepflicht Bekanntgewordene Verstöße gegen diese Richtlinie oder vermuteter Missbrauch (z. B. unerlaubtes Voice Cloning, unerkennbarer Deepfake-Einsatz) sind an [Ansprechpartner] zu melden.
8. Review Diese Richtlinie wird mindestens jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst. Letzte Überarbeitung: [Datum]. Nächste geplante Überarbeitung: [Datum + 1 Jahr].
Die Ethik-Brücke: Zwischen Prinzipien und Praxis
Ethische Prinzipien klingen abstrakt. Der Brücken-Schlag zur täglichen Praxis erfolgt durch konkrete Fragen, die vor jeder synthetischen Medien-Nutzung gestellt werden:
Die Fünf-Fragen-Karte (für Portemonnaie oder Desktop):
Transparenz: Weiß jede Person, die diesen Inhalt sieht, dass KI beteiligt war?
Einwilligung: Wenn ein Mensch dargestellt wird — hat er oder sie zugestimmt?
Wahrheit: Könnte jemand durch diesen Inhalt in die Irre geführt werden?
Verhältnismäßigkeit: Ist das, was ich tue, angemessen für den Zweck?
Schaden: Was kann schiefgehen? Habe ich dieses Risiko minimiert?
Wenn alle fünf Fragen mit gutem Gewissen beantwortet werden können: Fortfahren. Wenn bei einer oder mehreren Fragen Unsicherheit besteht: Innehalten, hinterfragen, ggf. Rücksprache halten.
Quelle: KI-Wissensbasis von MindsMachines, Edition Juni 2026. Vollständige Fassung als PDF anfordern.