Visualisierung: Regulatorische Landschaft als konzentrische Kreise: EU AI Act (äußerste Ebene), DSGVO (mittlere Ebene), NIS2 und sektorspezifische Regelungen (innere Ebene), Unternehmens-KI-Richtlinie (Kern).

Modul-Lernziele
- Sie beschreiben die vier Risikokategorien des EU AI Act und ordnen Beispiel-Systeme den Kategorien zu.
- Sie erklären die Pflichten, die Art. 4 EU AI Act (KI-Kompetenzpflicht) für Unternehmen als Betreiber von KI-Systemen begründet.
- Sie unterscheiden zwischen Anbieter- und Betreiberpflichten im Sinne des EU AI Act.
- Sie benennen die datenschutzrechtlichen Anforderungen, die beim Einsatz personenbezogener Daten in KI-Systemen gelten (DSGVO Art. 5, 6, 22, 25).
- Sie erläutern die urheberrechtlichen Grundfragen, die bei der Nutzung KI-generierter Inhalte entstehen.
- Sie entwickeln Grundzüge einer unternehmensinternen KI-Nutzungsrichtlinie.
- Sie bewerten den Einsatz eines KI-Systems anhand eines strukturierten Compliance-Rasters.
Modul-Übersicht
| UE | Titel |
| UE 11 | Einführung: Warum Recht und KI zusammendenken? |
| UE 12 | EU AI Act: Entstehung, Ziele, Geltungsbereich |
| UE 13 | Risikokategorien und verbotene KI-Praktiken |
| UE 14 | Hochrisiko-KI: Anforderungen und Konformitätsbewertung |
| UE 15 | Betreiberpflichten: Was Unternehmen beim KI-Einsatz beachten müssen |
| UE 16 | DSGVO und KI: Datenschutz bei der Nutzung von KI-Systemen |
| UE 17 | Automatisierte Einzelentscheidungen (Art. 22 DSGVO) |
| UE 18 | Urheberrecht und KI-generierte Inhalte |
| UE 19 | Haftung beim KI-Einsatz: Wer haftet wofür? |
| UE 20 | KI-Nutzungsrichtlinien: Entwicklung und Implementierung |
| UE 21 | Compliance-Raster: Ein KI-System prüfen |
| UE 22 | NIS2, Sektorregulierung und internationale Perspektiven |
| UE 23 | Fallstudien: Compliance-Fehler und ihre Folgen |
| UE 24 | Modul 2 — Zusammenfassung, Wiederholung, Ausblick auf Modul 3 |
Didaktische Verortung
Modul 2 ist das rechtliche Rückgrat des gesamten Curriculums. Es behandelt die regulatorischen Rahmenbedingungen, in denen jeder Einsatz von KI-Systemen im Unternehmenskontext stattfindet. Dabei verfolgt es einen anwendungsorientierten Ansatz: Es geht nicht darum, Jura zu studieren, sondern darum, rechtliche Anforderungen so weit zu verstehen, dass informierte Entscheidungen getroffen, Risiken erkannt und bei konkreten Fragen die richtigen Ansprechpartner einbezogen werden können.
Das Modul enthält den höchsten Anteil an Warnungs-Boxen im gesamten Curriculum, weil Compliance-Risiken hier unmittelbar thematisiert werden. Trainerinnen und Trainer sollten darauf achten, dass Warnungen nicht als Abschreckung wirken, sondern als Orientierungshilfe: Es geht darum, kompetent und rechtssicher zu handeln, nicht darum, KI-Einsatz zu vermeiden.
Der EU AI Act ist seit August 2024 in Kraft; Artikel 5 (verbotene Praktiken) gilt seit dem 2. Februar 2025, Artikel 4 (KI-Kompetenzpflicht) seit dem 2. Februar 2025. Alle Inhalte dieses Moduls beziehen sich auf diesen Stand. Da die Regulierung sich weiterentwickelt, sind die Quellentabellen bewusst auf Primärquellen (EUR-Lex) ausgerichtet, damit Lernende aktuelle Entwicklungen selbst verfolgen können.
Verzahnung mit anderen Modulen
Modul 2 setzt Modul 1 voraus. Es hat direkte Querverbindungen zu Modul 7 (Agenten-Systeme und ihre rechtliche Einordnung), Modul 8 (Strategie und Governance-Strukturen), Modul 9 (Sicherheit und Risikomanagement) und Modul 10 (Roll-out und Compliance-Implementierung). Die in Modul 2 eingeführten Konzepte (insbesondere Betreiberpflichten, Datenschutzfolgenabschätzung und KI-Nutzungsrichtlinien) werden in diesen späteren Modulen vorausgesetzt.
Kompetenzziel auf der AI-Act-Kompetenz-Skala: Risiko-Bewusstsein (Stufe 2).
Empfohlene Reihenfolge: Nach Modul 1. Modul 2 kann nicht ohne die Grundlagen aus Modul 1 sinnvoll absolviert werden. Für Kursgruppen mit juristischem Vorwissen können UE 11 und 12 als Schnelldurchlauf behandelt werden.
Quelle: KI-Wissensbasis von MindsMachines, Edition Juni 2026. Vollständige Fassung als PDF anfordern.